Mediation bei Nutzungskonflikten

Der Krebsbach ist ein kleines Gewässer im Landkreis Böblingen, welches in den sechziger Jahren begradigt wurde, um zusätzliche landwirtschaftliche Nutzfläche zu gewinnen. Anfang der 90er Jahre entstand im Gespräch zwischen Ortsverwaltung und Unterer Naturschutzbehörde des Kreises die Idee, diesen Bach mit Hilfe von Mitteln aus dem Naturschutzfonds wieder zu renaturieren.

Die betroffenen Landwirte und Landbesitzer erfuhren auf informellen Wegen von diesen Ideen und protestierten: Die Renaturierung bedeutete den Verlust eines Teils ihres Ackerlands und Einschränkungen bei der Bewirtschaftung. Obwohl die tatsächlichen Landverluste nicht allzu groß waren, war es vor allem ihre Sorge, von der Verwaltung mit fertig erarbeiteten Plänen konfrontiert zu werden. Die Kreisverwaltung reagierte auf den Protest und stimmte einem gemeinsamen Diskussions- und Planungsprozess zu. PACTeam wurde damit beauftragt diese Gespräche zu planen und zu moderieren.

Eine erste Sitzung führte zur Klärung der verschiedenen Interessen. In der nächsten Versammlung waren die Teilnehmer bereit, die verschiedenen Optionen für die Renaturierung unvoreingenommen kennen zu lernen. Dabei wurde deutlich, dass ein in den ursprünglichen Zustand versetzter Bach auch Vorteile für die Landwirte haben könnte. Sie vereinbarten, die verschiedenen Möglichkeiten genauer zu analysieren und auch eigene Vorschläge, die die verschiedenen Interessen berücksichtigen würden, zu erarbeiten. In weiteren gemeinsamen Sitzungen erarbeiteten Landwirte und Behördenvertreter Maßnahmen, die ein ausgewogenes Vorgehen bei der Renaturierung sicherstellten.

Während dieses ganzen, von PACTeam moderierten Prozesses, von der anfänglichen Konfliktsituation bis zur gemeinsamen Planung und Umsetzung von Maßnahmen, erkannten beide Seiten, dass solch ein moderierter Verhandlungsprozess lokale Partnerschaften aufbaut und zu nachhaltigen Vorteilen für alle führen kann, deren Interesse es ist, Natur zu schützen und zu nützen.