Konfliktbewältigung in der Betriebshilfe

Landwirtschaftliche Betriebshelfer ersetzen i. d. R. kurzfristig ausgefallene Arbeitskräfte in landwirtschaftlichen Familienbetrieben. Ein wichtiges Merkmal ihrer Arbeitssituation ist es daher, dass sie während ihrer Einsätze stark in die bäuerliche Familie einbezogen sind. In dieser Situation stecken, neben den positiven Aspekten eines Familienanschlusses, auch viele Konfliktmöglichkeiten.

Oftmals befindet sich die Einsatzfamilie aufgrund eines Unglücksfalles in einer nervlich angespannten Lage. Sie ist dann wenig fähig, mit den Eingewöhungsschwierigkeiten des neuen "Familienmitgliedes" tolerant und nachsichtig umzugehen. Dies umso mehr, als in bäuerlichen Familien viele Arbeiten und Gewohnheiten selbstverständlich erscheinen und für die Mitglieder keiner Erklärung bedürfen. Für beide Seiten - Betriebshelfer und Einsatzfamilien - sind schwierige Situationen oft nicht lösbar, weil nicht gelernt wurde, mit Konflikten umzugehen.

Basierend auf den Prinzipien der Gesprächstherapie von Carl Rogers und der Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick und Friedemann Schulz von Thun entwickelte PACTeam ein Programm, mit dem die Fähigkeit zur Kommunikation und Konfliktfähigkeit systematisch ausgebildet und gestärkt wird. Dieses Programm besteht aus einem jährlichen Training für neu eingestellte Betriebshelfer und aus regelmäßigen Supervisionssitzungen, bei denen in kollegialer Runde schwierige Einsätze bearbeitet werden.