Aufbau eines Beratungssystems für Tierhalter - Mongolei

Die Mongolei ist ein riesiges, ressourcenreiches Land mit einer sehr geringen Bevölkerungsdichte und wenig ausgebildeter Infrastruktur. Landwirtschaftlich werden 98% der Fläche von nomadischen Tierhaltern genutzt. Dies ist angesichts extremer Trockenheit und sehr kurzer Vegetationszeiten eine traditionelle und sehr angepasste Form der Ressourcennutzung. Mitte der 1990er-Jahre brach, mit der politisch-ökonomischen Wende, das Dienstleistungssystem für diese Tierhalter völlig zusammen. Seither unterstützt das mongolisch-deutsche GTZ "Projekt zur Unterstützung der Privatisierung der Veterinärdienste" den Aufbau eines Ersatzes für das vormals staatswirtschaftliche System.

PACTeam kann dabei seine Erfahrungen beim Aufbau eines Beratungssystems für Tierhalter einbringen. Mit der Konzeption eines "Farmer-to-Farmer" Ansatzes, dessen "Feldberater" dicht an den Bedürfnissen ihrer Kollegen sind und deren teilberufliche Beratungsarbeit von Tierhalterorganisationen verantwortet und finanziert wird, entsteht ein möglichst "schlankes" Beratungssystem. Die Qualitätssicherung mit Fortbildung der Berater, Entwicklung von Beratungsmaterialien und Kontakt zu Forschung und Wissenschaft übernimmt auf der anderen Seite der Staat. Damit kommt dieser seiner Aufgabe des Infrastrukturaufbaus im ländlichen Raum im Rahmen seiner Möglichkeiten nach.

Ergebnis der Zusammenarbeit von Projekt, Nationalem Beratungszentrum und PACTeam ist eine Tierhalterberatung in vier Landesprovinzen, in dem gut ausgebildete Tierhalterberater in vier Monaten im Jahr Beratungsbesuche machen. Unterstützt werden sie dabei von methodisch trainierten Supervisoren für jede Provinz. Diese tauschen in einem jährlichen nationalen Workshop Erfahrungen aus und erstellen in Zusammenarbeit mit der Universität in Ulan Bator neue Beratungsmaterialien.

Seit Anfang 2006 ist dieser Aufbau von Strukturen für die Beratung von nomadischen Tierhaltern auf acht weitere Großregionen ausgedehnt worden. In diesen Regionen werden Naturschutzprojekte unterstützt, deren Anliegen vor allem darin liegt, ökologisch wertvolle Naturräume gemeinsam mit den darin lebenden und wirtschaftenden Menschen nachhaltig zu bewahren und zu entwickeln. Mit dieser Zusammenarbeit weitet sich auch das Themenspektrum der Tierhalterberater aus. Neben der ursprünglich starken Ausrichtung auf die Tiergesundheit werden nun zunehmend Materialien entwickelt, die z.B. Themen wie "Nachhaltiges Weidemanagement" aufnehmen und dabei helfen, diese mit Tierhaltergruppen und verantwortlichen lokalen Administrationen zu diskutieren.