Begleitung eines partizipativen Beratungskonzepts - Äthiopien

Im Rahmen des Programms zur Förderung der Tierhalter im Boorana Tiefland in Südäthiopien entwickelten einheimische Experten, GTZ Fachleute und ein externer Berater ein Konzept zur Förderung der Tierhalterfamilien. Diese Nomaden wurden von offizieller Seite bis vor kurzem meist als rückständig betrachtet und nur in geringem Maße gefördert. Die kürzlich erfolgte Dezentralisierung der staatlichen Strukturen hatte entscheidenden Einfluss auf die Erarbeitung und Umsetzung des Konzeptes. Personelle Veränderungen erforderten zunächst den Aufbau neuer Arbeitsteams und neue Absprachen. Die Verlagerung von Entscheidungen auf die lokale Ebene hat jedoch - aufgrund stärkerer regionaler Verbundenheit der Entscheidungsträger - mittel- und langfristig einen positiven Effekt auf Umsetzung von Maßnahmen.

Da es in der Region und bei den zuständigen Institutionen kaum Erfahrungen mit partizipativer Beratungsarbeit gab, wurde ein PACTeam Mitarbeiter nach den ersten Umsetzungsschritten damit beauftragt, den theoretischen Ansatz und die Praxiserfahrungen zu bewerten und Empfehlungen für das weitere Vorgehen zu geben.

Nach Gesprächen mit allen Beteiligten wurden zwei Entwicklungslinien heraus gearbeitet. So wurde deutlich, dass sichtbare Anfangserfolge der Beratungsarbeit für die Motivation und die Beteiligung der Partner zentral sind. Für den Erfolg des Ansatzes ist dies mindestens so wichtig wie eine fundierte Situationsanalyse. Daher wurden Inhalte und Vorgehensweisen entwickelt und erprobt, die eine gute Balance herstellen, zwischen ersten Aktivitäten und notwendiger gemeinsamer Beschreibung und Bewertung der Situation. Der andere Schwerpunkt, an dem gemeinsam gearbeitet wurde, war die institutionelle Nachhaltigkeit. So wurden Vorgehensweisen entwickelt, die es den einheimischen Trägerorganisationen ermöglichen, von Anfang an eigenverantwortlich und mit eigenen Mitteln partizipative Methoden der Beratung umzusetzen.

Aufbauend auf diesem Einsatz wurde der PACTeam Berater gebeten, ein international besetztes Evaluierungsteam zu leiten. Dass Nothilfe- und Entwicklungsmaßnahmen eng verzahnt sein müssen, war eine wesentliche Lernerfahrung aus dieser Programmfortschrittskontrolle. Wie dieses Zusammenspiel professionell und effektiv gestaltet werden kann, konnte an der Arbeit des Projektes während der Dürrejahre 2000/2001 sehr gut nachvollzogen werden. Im engen Dialog mit den Bewohnern wurden die zentralen Engpässe identifiziert, die das Überleben und die spätere wirtschaftliche und soziale Erholung am stärksten bedrohten. Die nachfolgend durchgeführten Maßnahmen folgten einem Selbsthilfeansatz der die eigenverantwortliche Handlungsfähigkeit der Betroffenen im Blick hatte. Die Bewohner wurden bei der Finanzierung und der Arbeit z.B. für die Verbesserung der Wasserversorgung vom Projekt unterstützt.